Ein Volkswagen Konzeptfahrzeug stellte am 24. August 2026 einen Weltrekord für die Energieeffizienz von Elektrofahrzeugen auf und verbrauchte nur 7,51 kWh/100 km – einschließlich Ladeverlusten – auf einer zertifizierten 1.278,36 km langen Fahrt von Wolfsburg nach Wien. Continental lieferte einen speziell entwickelten Konzeptreifen, der laut Unternehmen maßgeblich zum Erreichen des Ergebnisses beitrug, mit einem Rollwiderstand von 4,9 kg/Tonne – rund 25 % unter dem Schwellenwert für die höchste Klasse A der EU-Reifenlabel-Einstufung.
\n\n\n\nDer Rekord, der nur einen Ladestopp erforderte und mit 164 km verbleibender Reichweite abgeschlossen wurde, wurde offiziell vom RID – Rekord-Institut für Deutschland – verifiziert. Das Konzeptfahrzeug wird von Volkswagen als das effizienteste seriennahe Elektroauto der Welt beschrieben und wurde unter realen Bedingungen und nicht in kontrollierten Laborumgebungen gefahren.
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Warum der Rollwiderstand für die Reichweite von Elektrofahrzeugen wichtig ist
\n\n\n\nDer Rollwiderstand von Reifen macht etwa 20 % der Antriebsenergie von Elektrofahrzeugen aus. Jede Umdrehung führt dazu, dass sich der Reifen dort, wo er die Straße berührt, leicht verformt, wodurch Energie verbraucht wird, die sonst zur Reichweite des Fahrzeugs beitragen würde. Je geringer der Rollwiderstand, desto weiter fährt ein Auto mit der gleichen Batterieladung – Reifenentwicklung ist somit einer der wenigen Bereiche, in denen signifikante Reichweitensteigerungen möglich sind, ohne den Batteriepack zu vergrößern.
\n\n\n\n„Der Rekord zeigt, dass die Erhöhung der Reichweite von Elektroautos nicht zwangsläufig größere Batterien erfordert“, sagte Dr. Christian Strübel, Experte für Rollwiderstand bei Continental für Pkw-Reifen. „Gemeinsam mit Volkswagen haben wir gezeigt, was möglich ist, wenn Fahrzeug-, Aerodynamik- und Reifenentwicklung von Anfang an aufeinander abgestimmt sind.“
\n\n\n\nWas den Konzeptreifen auszeichnet
\n\n\n\nDer Konzeptreifen basiert auf dem Serienprodukt EcoContact 7 von Continental, der bereits in seiner Standardform einen geringen Rollwiderstand bietet. Für den Weltrekordversuch wurde er modifiziert, um Energieverluste weiter zu reduzieren. Zwei Bereiche erhielten besondere Aufmerksamkeit: die Seitenwand und die Laufflächenmischung. Die Seitenwand folgt demselben Konstruktionsprinzip wie der EcoContact 7 und sorgt für strukturelle Stabilität, ohne den Rollwiderstand zu erhöhen. Die Laufflächenmischung wurde speziell auf das Zusammenspiel mit dem Karkassen- und Profilaufbau abgestimmt.
\n\n\n\nEin neuartiges Herstellungsverfahren trug ebenfalls zum Ergebnis bei. Continental setzte auf eine differentielle Vulkanisation – das Erhitzen verschiedener Teile des Reifens auf unterschiedliche Temperaturen während des Härtungsprozesses. Die Lauffläche wurde beispielsweise bei einer anderen Temperatur vulkanisiert als die Seitenwand, wodurch die Eigenschaften jeder Zone unabhängig voneinander optimiert werden konnten. Laut Continental führt dies insbesondere bei der Lauffläche zu einem geringeren Rollwiderstand.
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Auch die Reduzierung des Abrollgeräuschs war Teil des Designs. Das Laufflächenprofil weist unterschiedliche Blockabstände und Winkel auf, sodass Schallwellen, die von verschiedenen Blöcken erzeugt werden, sich teilweise überlagern und gegenseitig aufheben – ein Prinzip ähnlich wie bei geräuschunterdrückenden Kopfhörern, so das Unternehmen.
\n\n\n\nWichtige Zahlen im Überblick
\n\n\n\n| Metrik | Wert |
|---|---|
| Energieverbrauch (inkl. Ladeverluste) | 7,51 kWh/100 km |
| Energieverbrauch (ohne Ladeverluste) | 6,89 kWh/100 km |
| Streckenentfernung | 1.278,36 km (Wolfsburg–Wien) |
| Ladestopps | 1 |
| Verbleibende Reichweite am Zielort | 164 km |
| Rollwiderstand des Konzeptreifens | 4,9 kg/Tonne |
| vs. EU-Label Klasse A Schwelle | ~25 % darunter |
| Rekord zertifiziert durch | RID – Rekord-Institut für Deutschland |
| Zertifizierungsdatum | 24. August 2026 |
Produktionskontext: EcoContact 7 und der ID. Polo
\n\n\n\nContinental weist darauf hin, dass der beim Rekordversuch verwendete Konzeptreifen derzeit nicht als Serienprodukt erhältlich ist. Der EcoContact 7, auf dem er basiert, ist bereits eine der Optionen mit geringem Rollwiderstand auf dem Markt – er wurde kürzlich für mehrere Elektrofahrzeuge als Erstausrüstung zugelassen, darunter der Volvo EX60. Continental liefert auch Erstausrüstungsreifen für den Serien-Volkswagen ID. Polo.
\n\n\n\nContinental verfolgt separat Konzeptreifen-Forschung mit hohem Anteil an recycelten Materialien und verweist damit auf eine breitere Anstrengung, das Erreichbare jenseits aktueller Produktionsbeschränkungen zu erforschen.
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Was das für E-Fahrzeug-Fahrer bedeutet
\n\n\n\nDie Demonstration unterstreicht einen praktischen Punkt für jeden Käufer eines Elektrofahrzeugs: Die Reifenwahl hat messbare Auswirkungen auf die reale Reichweite. Serienreifen mit der EU-Label-Klasse A für Rollwiderstand sind bereits kommerziell erhältlich und stellen die höchste Kategorie im aktuellen Kennzeichnungssystem dar – aber der Wert von 4,9 kg/Tonne des Konzeptreifens deutet darauf hin, dass es darüber hinaus technisches Potenzial gibt. Ob differentielle Vulkanisation oder ähnliche Verfahren in Serienreifen Einzug halten werden und in welchem Zeitrahmen, hat Continental nicht mitgeteilt.
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