Auto Motor und Sport testete neun Ganzjahresreifen in 195/55 R16 auf einem Hyundai i20. Die gekauften Reifen trugen die im Magazin angegebenen individuellen 87/91 H/V-Indizes; der Vergleich wurde gemäß der Spezifikation 87 H durchgeführt. Die Schneetests fanden in Finnland statt. Die Ergebnisse wurden in Ausgabe 20/2026 veröffentlicht; die Daten waren laut Magazin technisch auf dem Stand von Dezember 2025.
☰
Bewertung des Tests
Die Nassperformance machte 40 Prozent der Gesamtwertung aus. Schnee, Trockenperformance und die Umweltkategorie trugen jeweils 20 Prozent bei. Innerhalb dieser Kategorien hatte das Bremsen die höchste Sicherheitsgewichtung: 30 Prozent auf Schnee sowie 40 Prozent auf nasser und trockener Fahrbahn. Auto Motor und Sport kombinierte wiederholbare instrumentelle Messungen mit den Einschätzungen erfahrener Fahrer. Eine Punktzahl von fünf oder weniger in einer sicherheitsrelevanten Brems- oder Handlingdisziplin reduzierte die Bewertung der betreffenden Kategorie um einen Punkt.
Continental gewinnt durch Ausgewogenheit und Effizienz
Der Continental AllSeasonContact 2 gewann mit 8.7 von zehn Punkten. Er erzielte 8.8 in der stark gewichteten Nasskategorie, 8.5 auf trockener Fahrbahn und mit 9.7 das beste Testergebnis in der Umweltbewertung. Sein gemessener Rollwiderstandskoeffizient von 7.0 kg/t war der niedrigste im Testfeld. Auto Motor und Sport bezeichnet ihn als das stärkste Gesamtpaket und als besonders geeignet für kleine Elektroautos, auch wenn seine Aquaplaningwerte weniger überzeugend waren.
Der Vredestein Quatrac (★92) belegte mit 8.2 Punkten den zweiten Platz und erhielt die Preis-Leistungs-Empfehlung. Er führte die Nasskategorie mit 8.9 an und kam aus 80 km/h mit 30.4 Metern auf den kürzesten Nassbremsweg. Der Pirelli Cinturato All Season SF3 wurde mit 8.0 Punkten Dritter, führte die Schneekategorie mit 8.8 an und erzielte mit 39.2 Metern aus 100 km/h den kürzesten Trockenbremsweg. Sein höherer Rollwiderstand reduzierte die Umweltwertung auf 6.9.
Offizielle Rangliste
- Continental AllSeasonContact 2 — 8.7, sehr gut.
- Vredestein Quatrac (★92) — 8.2, sehr gut und Preis-Leistungs-Empfehlung.
- Pirelli Cinturato All Season SF3 — 8.0, sehr gut.
- Nokian Seasonproof 2 — 7.9, gut.
- Bridgestone Turanza All Season 6 — 7.6, gut.
- Uniroyal AllSeasonExpert 3 — 7.5, gut.
- Hankook Kinergy 4S2 H750 — 7.2, gut.
- Kleber Quadraxer 3 — 7.1, gut.
- Falken EuroALL Season AS210 — 7.1, gut.
Was die Messungen zeigen
Hankook erzielte aus 30.0 km/h mit 50 Metern den kürzesten Bremsweg auf Schnee und mit 3.98 m/s² die höchste laterale Haftung auf Schnee, doch sein dynamisches Handling auf Schnee war schwächer. Nokian fuhr mit durchschnittlich 89.3 km/h die schnellste Runde im Schneehantiertest und erzielte mit 3.71 m/s² das stärkste Ergebnis beim lateralen Aquaplaning. Pirelli führte bei der Traktion auf Schnee mit 1.38 m/s² und beim longitudinalen Aquaplaning mit 85.8 km/h. Am anderen Ende der Nassbremswertung benötigte Falken 33.3 Meter. Auf trockenem Asphalt war der Bremsweg des Uniroyal mit 44.8 Metern der längste. Kleber und Nokian teilten sich mit 70.9 dB(A) den niedrigsten Außengeräuschwert, während Hankook mit 72.6 dB(A) am lautesten war und zugleich mit 8.1 kg/t den höchsten Rollwiderstand aufwies.
Unterschiedliche Stärken hinter den Gesamtergebnissen
Nokian kombinierte starke Schnee- und Trockenbewertungen von 8.4 und 8.6, verlor aber bei Nasshaftung und Bremsen an Boden. Bridgestone führte die Trockenkategorie mit 8.8 an und war der sportlichste Reifen, doch seine Schneewertung von 6.8 war die niedrigste im Testfeld und die Nassperformance nur durchschnittlich. Uniroyal, mit 89 Euro der günstigste Reifen in der Preisstichprobe des Magazins, blieb berechenbar, reagierte jedoch eher langsam und zeigte Einschränkungen beim Trockenbremsen und Aquaplaning. Hankook war in einzelnen Schnee- und Trockendisziplinen stark, erzielte aber mit 5.6 das niedrigste Umweltergebnis des Tests. Kleber blieb auf Schnee zuverlässig, benötigte jedoch lange Nassbremswege. Falken war auf Schnee gut kontrollierbar und bremste auf trockener Fahrbahn gut, wurde aber durch schwache Nasshaftung, Aquaplaningresistenz und Komfort zurückgehalten.
Ganzjahresreifen erfordern weiterhin Kompromisse
Jedes Produkt erhielt mindestens das Urteil gut, die ersten drei wurden mit sehr gut bewertet. Dennoch kommt Auto Motor und Sport zu dem Schluss, dass Ganzjahresreifen vor allem für kleine und kompakte Autos sinnvoll sind, die hauptsächlich in Städten oder in deren Nähe genutzt werden. Gegenüber spezialisierten Saisonreifen bleiben sie ein Kompromiss, insbesondere bei strengem Winterwetter. Daher empfiehlt das Magazin, umsichtig zu fahren und anspruchsvolle Winterfahrten nach Möglichkeit zu vermeiden.
Quellen
Die Primärquelle ist die Originalausgabe Auto Motor und Sport 20/2026, Seiten 62–69. Siehe auch die Mitteilung der Motor Presse Stuttgart und den Bericht von Reifenpresse.