Sommerreifen

AUTO BILD Sommerreifentest 2026 (245/45 R19): Hankook gewinnt, Budget-Marke Giti stürmt in die Top 5

Jiri Zelinka Autor Jiri Zelinka
5 Min. Lesezeit

Der jährliche Sommerreifen-Megavergleich von AUTO BILD 2026 schickte 50 Reifen durch eine anspruchsvolle Bremsqualifikation, bevor die Top 20 für das vollständige Testprogramm ausgewählt wurden. Getestet an einem BMW 5er (G60) in der Größe 245/45 R19 102Y wurden die Finalisten in drei gewichteten Kategorien bewertet: Nässe (40 %), Trockenheit (40 %) und Kosten (20 %). Die Tests fanden auf dem ATP-Gelände in Papenburg (Bremsen) und dem Idiada-Kurs in Alcarràs, Katalonien (Handling, Aquaplaning, Komfort) statt.

Das Ergebnis: ein überzeugender neuer Testsieger von Hankook, eine überraschende Budget-Marke in den Top 5 und einige etablierte Premium-Namen mit schlechteren Platzierungen als erwartet.

Top-3-Vergleich

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Testsieger: Hankook Ventus Evo (★99) (Note 1,1 — Vorbildlich)

Der Hankook Ventus Evo (★99) dominiert diesen Test mit einer nahezu perfekten Gesamtnote von 1,1. Er erzielte den kürzesten Trockenbremsweg aller 20 Finalisten mit lediglich 32,8 m aus 100 km/h sowie die höchste Nasshandlinggeschwindigkeit von 83,6 km/h auf dem Idiada-Kurs. Im Trockenen war er mit einer Handlinggeschwindigkeit von 101,5 km/h — der schnellsten im Feld — ebenso unerreichbar. Mit einem Setpreis von rund €620 bietet er zudem das beste Preis-Kilometer-Verhältnis von nur €11,01/1.000 km. Lediglich beim Aquaplaning-Schutz führt er nicht, wo seine 90,4 km/h ihn in die untere Hälfte einordnen.

Hankook Ventus Evo

Hankook Ventus Evo

★★★★½ 5.0/5

Abmessungen: 205/25R17 - 345/55R22

Anzahl der Größen: 108

Anzahl der Tests: 5

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Zweiter Platz: Goodyear Eagle F1 Asymmetric 6 (★93) (Note 1,2 — Vorbildlich)

Der Goodyear Eagle F1 Asymmetric 6 (★93) erhält die Auszeichnung „Eco Master” mit einer prognostizierten Laufleistung von 63.830 km — fast 4.000 km mehr als der Nächstbeste. Er gewinnt auch AUTO BILDs gesonderte Umweltwertung „Grüner Reifen” mit der Note 1-. Trotz dieses Ausdauerfokus liefert er starke Rundum-Leistung sowohl im Nass- als auch im Trockenhandling. Zu einem Setpreis von €780 ergibt sich ein wettbewerbsfähiger Kostenwert von €12,22/1.000 km. Seine Aquaplaning-Resistenz ist mit 94,7 km/h hervorragend (zweitbester Wert).

Goodyear Eagle F1 Asymmetric 6

Goodyear Eagle F1 Asymmetric 6

★★★★½ 4.7/5

Abmessungen: 205/25R17 - 325/65R23

Anzahl der Größen: 166

Anzahl der Tests: 5

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Dritter Platz: Michelin Pilot Sport 5 (★93) (Note 1,3 — Vorbildlich)

Michelin Pilot Sport 5 (★93) komplettiert das Podium mit außergewöhnlichem Trockenhandling (101,3 km/h — zweitschnellster Wert) und starker Laufleistung von 59.670 km. Sein Nasshandling von 82,7 km/h und kurze Bremswege halten ihn in allen sicherheitskritischen Disziplinen konkurrenzfähig. Der Kompromiss liegt in einem leicht erhöhten Vorbeifahrgeräusch und einem Premiumpreis von €920 für vier Reifen, was ihn zur zweitteuersten Option macht. Dennoch liefert der Michelin für Fahrer, die eine Balance aus hoher Leistung und Langlebigkeit schätzen, das Richtige.

Michelin Pilot Sport 5

Michelin Pilot Sport 5

★★★★½ 4.7/5

Abmessungen: 195/35R16 - 285/55R21

Anzahl der Größen: 62

Anzahl der Tests: 5

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Die Budget-Überraschung: Giti GitiSport S2+ (★84) (Note 1,4 — Vorbildlich)

Die vielleicht größte Geschichte dieses Tests ist Giti GitiSport S2+ (★84) auf dem 4. Platz mit dem Urteil „Vorbildlich” — gleichauf mit Pirelli. Mit nur €610 für einen Satz vier Reifen gehört er zu den günstigsten Reifen im Test und liefert dennoch eine Leistung, die mit Premiummarken mithalten kann. Seine Aquaplaning-Resistenz von 94,5 km/h ist drittbester Wert, und die Bremswege sowohl im Nassen (42,5 m) als auch im Trockenen (34,3 m) liegen solide im Mittelfeld. Das ist eine echte Preis-Leistungs-Offenbarung.

Giti GitiSport S2+

Giti GitiSport S2+

★★★★☆ 4.2/5

Abmessungen: K.A.

Anzahl der Größen: 0

Anzahl der Tests: 3

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Premium bedeutet nicht immer das Beste

Continental PremiumContact 7 (★97), der teuerste Reifen im Test mit €980 für einen Satz, landet auf dem 6. Platz mit der Note 1,6. Obwohl sein Nass- und Trockenhandling respektabel sind, rechtfertigt er den Aufpreis von €370 gegenüber dem Testsieger Hankook nicht. Ebenso landet Bridgestone Potenza Sport (★87) EVO für €850 auf dem 11. Platz, und Nokian Powerproof 2 (★78) für €760 teilt sich den 11. Platz — beide solide, aber für ihr Preissegment wenig herausragend.

Nassbremsen: die Sicherheitsgeschichte

Der dramatischste Sicherheitsbefund findet sich beim Nassbremsen aus 100 km/h. Der Linglong Sport Master (★67) erzielte den kürzesten Bremsweg mit bemerkenswerten 39,3 m — fast 3 Meter kürzer als jeder Premiumreifen. Am anderen Ende benötigte der Yokohama Advan Sport V107 (★62) 47,9 m — eine Differenz von 8,6 Metern, entsprechend etwa zwei Fahrzeuglängen bei Autobahngeschwindigkeit. Diese Spreizung unterstreicht, warum Bremsleistung ein primärer Faktor bei der Wahl von Sommerreifen sein sollte.

Trockenhandling: eng an der Spitze

Auf dem Trockenhandling-Kurs waren die Unterschiede bemerkenswert gering. Lediglich 3 km/h trennten den Schnellsten (Hankook mit 101,5 km/h) vom Langsamsten (Falken mit 98,5 km/h) unter den 20 Finalisten. Das bestätigt, dass moderne Sommerreifen, auch von Budgetmarken, wettbewerbsfähigen Trockengrip liefern. Der eigentliche Unterschied zwischen Premium und Budget zeigt sich bei Nässe und in den Langzeitkosten.

Kostenwertung: Laufleistung und Preis-Leistung

Die Kostenanalyse zeigt deutliche Unterschiede in der Reifenlebensdauer. Goodyears prognostizierte 63.830 km sind fast doppelt so viel wie die 35.570 km des Linglong. Das bedeutet, dass der Linglong trotz seines niedrigen Kaufpreises von €450 auf lange Sicht mehr pro Kilometer kostet. Zwei Reifen — Linglong Sport Master (★67) und Toyo Proxes Sport 2 (★64) — erhielten in der Kostenwertung eine Abwertung aufgrund schlechter Laufleistung, was sie trotz ordentlicher Fahrleistung auf das Urteil „Befriedigend” drückt.

Das Schlusslicht

Kleber Dynaxer HP5 (★51) (19. Platz, Note 3,2) und Sava Intensa UHP 2 (★61) (19. Platz, Note 3,2) teilen die letzten Positionen. Beide zeigen eingeschränkten Nassgrip mit Handlingnoten von 3- — was auf merklich unpräzises Verhalten bei Nässe hinweist. Der Kleber kompensiert teilweise mit dem niedrigsten Rollwiderstand im gesamten Test (Note 1+), was ihn zur kraftstoffeffizientesten Option macht. Der Sava bietet einen niedrigen Kaufpreis von €570, aber begrenzte Gesamtleistung.

Fazit

Der Hankook Ventus Evo bremst kürzer und fährt schneller durch Kurven als Reifen, die 50 % mehr kosten — für €620 pro Satz bietet er das beste Preis-Leistungs-Verhältnis im Test. Giti auf dem 4. Platz für €610 ist ein bemerkenswertes Ergebnis für eine Marke, die normalerweise nicht mit Spitzenleistung in Verbindung gebracht wird. Continentals PremiumContact 7, der teuerste Reifen für €980, landete auf dem 6. Platz — solide, aber den Aufpreis schwer zu rechtfertigen. Die 8,6-m-Differenz beim Nassbremsen zwischen dem besten und dem schlechtesten Finalisten ist eine Erinnerung daran, dass die Reifenwahl echte Sicherheitskonsequenzen hat. Für Fahrer, die Langlebigkeit priorisieren, sticht Goodyears prognostizierte Laufleistung von 64.000 km hervor — und der Reifen überzeugt auch in der Gesamtwertung.